Ratgeber

    KI-Kompetenz nach Artikel 4 AI Act: Was Unternehmen jetzt tun sollten

    Seit Februar 2025 verlangt die KI-Verordnung, dass Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten fördern. Seit Juli 2026 gilt eine geänderte Fassung. Was drinsteht, wen es betrifft und wie Du es pragmatisch umsetzt.

    Stand: 29. September 2026

    Was Artikel 4 verlangt

    Artikel 4 der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689, oft AI Act genannt) gilt seit dem 2. Februar 2025. Er richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich nutzt – also auch jedes Unternehmen und jede Behörde, die Microsoft 365 Copilot, ChatGPT Business oder Gemini im Arbeitsalltag einsetzt.

    Seit dem 27. Juli 2026 gilt eine geänderte Fassung, eingeführt mit der Verordnung (EU) 2026/1744, dem sogenannten Digital Omnibus zur KI. Früher sollten Anbieter und Betreiber nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherstellen. Jetzt müssen sie Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern. Neu ist die ausdrückliche Klarstellung, dass ein bestimmtes Kompetenzniveau einzelner Personen nicht garantiert werden muss.

    Die Pflicht bleibt also bestehen, sie ist nur flexibler formuliert. Zusätzlich sollen die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten Unternehmen dabei unterstützen, vor allem kleine und mittlere, und die Kommission veröffentlicht Praxisbeispiele.

    Was das in der Praxis bedeutet

    • Keine Einheitsschulung: Die Maßnahmen richten sich nach Rolle, Vorwissen und Einsatzzweck. Wer Copilot für E-Mails nutzt, braucht etwas anderes als jemand, dessen KI-Ergebnisse in Entscheidungen über Kundinnen und Kunden einfließen.
    • Kein bestimmtes Zertifikat vorgeschrieben: Die Verordnung schreibt weder einen Kurs noch ein Zertifikat vor. Verlangt sind geeignete Maßnahmen.
    • Nachweisbar handeln: Weil Maßnahmen verlangt sind, lohnt es sich festzuhalten, wer wann welche Schulung erhalten hat und welche Inhalte vermittelt wurden.

    In fünf Schritten zur KI-Kompetenz im Unternehmen

    • Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme sind im Einsatz, offiziell und inoffiziell, und wer nutzt sie wofür?
    • Rollen bilden: zum Beispiel alle Nutzenden, intensive Anwenderinnen und Anwender, Führungskräfte und die Verantwortlichen für KI im Haus.
    • Maßnahmen je Rolle festlegen: sichere Grundlagen für alle, Vertiefung an echten Prozessen für intensive Nutzung, Steuerung und Leitplanken für Führungskräfte.
    • Dokumentieren: Teilnahme, Datum, Inhalte und die verwendete Plattform.
    • Auffrischen: bei neuen Werkzeugen, neuen Funktionen oder neuen Einsatzzwecken nachschulen.

    Wie Gutenberg AI unterstützt

    Die Formate der Gutenberg AI Academy sind auf diese Rollen zugeschnitten und schließen mit einem Kompetenznachweis ab, der die Maßnahme nach Artikel 4 dokumentiert:

    • Gutenberg KI-Basisschulung: zwei Stunden online für alle Beschäftigten, Einzelplatz 99 € netto oder inhouse.
    • Professional-Schulung: ein Halbtag online für intensive Nutzung, mit Prompt-Leitfäden und eigenem KI-Assistenten, Einzelplatz 199 € netto.
    • Gutenberg AI Leadership Masterclass: für Führungskräfte, mit Umsetzungsplan, Leitplanken und KI-Assistenten, Einzelplatz 2.800 € netto.
    • KI-Erfolgsprogramm: zwölf Monate lang jede Woche ein Use Case, damit die Kompetenz im Alltag bleibt.

    Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

    Welche Maßnahme passt zu Deinem Haus?

    Wir ordnen mit Dir ein, welche Rollen welche Schulung brauchen – und wie Du das nachweisbar festhältst.